Eine agile, nervöse Seele

Der Sängerin Sarah Maria Sun gehört die Zukunft. Sie ist eine der großen Interpretinnen der Neuen Musik. Begegnung mit einer Unermüdlichen, die nichts dagegen hat, wenn die Musik intelligenter ist als sie.

Der neue Chef

Kooperationskonzerte zwischen dem RIAS-Kammerchor und dem Ensemble Resonanz gab es schon mehrere. Jetzt aber stand zum ersten Mal Justin Doyle am Pult vor diesem Konvolut an musikalischer Potenz, im großen Saal der Elbphilharmonie. Das Konzert war bezeichnend für eine neue charakteristische Facette, die der RIAS-Chor Doyle zu verdanken hat.

Großes Theater im kleinen Raum

Seit den 80er-Jahren existiert das freie Theater Fletch Bizzel an der Humboldtstraße. Die ersten Stücke führte das Ensemble noch auf einem Dorstfelder Speicher auf. Seitdem hat sich einiges verändert, der Tiefsinn der Inszenierungen aber ist geblieben – genauso wie Horst Hanke-Lindemann.

Apoll im Anzug

Wie sieht jemand aus, der Fantasy-Geschichten schreibt? Lange, schwarz gefärbte Haare, bodenlanger Ledermantel, Totenkopfringe an den Fingern? Manche Klischees sind so gängig, dass man ihnen kaum entkommt. Wie erfrischend, dann im Interview dem Autoren Martin Ulmer gegenüberzusitzen, einem 40-Jährigen, der viel jünger aussieht, so bilderbuchfreundlich, modisch, gut ausse-hend und adrett, dass man ihn in ein Schaufenster stellen oder Werbespots mit ihm drehen könnte. Aber das wäre verschenkt. So was von.

Der Lebenskünstler

Heute organisiert er das „Die Jazz“-Festival im Storckshof, früher war er Leitender Verwaltungsdirektor des Dortmunder Theaters. In seinen 95 Lebensjahren hat Karlheinz Engels mehr erlebt, als man erzählen kann: Im Kreuzviertel geboren wuchs er in Dortmund auf, machte eine Lehre bei der Stadt, wurde mit 20 Jahren in den Krieg eingezogen. Insgesamt zehn Jahre war er von zu Hause weg, fünf davon in russischer Kriegsgefangenschaft. Dass er diese Zeit überlebte, sagt er, verdankt er seiner Leidenschaft: der Kunst.

„Es ist doch nur Theater“

Mit Carlos Lobo ein Interview zu führen ist leicht. Es fühlt sich ab dem ersten Moment an wie ein zufällig zustande gekommenes Gespräch mit jemandem, den man flüchtig kennt und immer schon sympathisch fand. „Carlos“, wie sich der Schauspieler und Synchronsprecher direkt mit Vornamen vorstellt, spricht gewandt über seinen nicht ganz geradlinigen „Kraut und Rüben“-Lebensweg.

Der Vorleser

Zauberhaft“, sagt er, beinahe verliebt sei er in die Sprache, die wir sprechen, „dieses Deutsch“, wortschatzreich, klangstark, „Sprache, Sprache – Sprache“ – und plötzlich tönt dieses rachenhafte Wort, mehrfach formelhaft, staunend wiederholt, aus Carsten Bülows Mund wie ein klingendes Rätsel. Der Schauspieler und Rezitator hat sich mit seinem Vorlesen in Dortmund einen Namen gemacht.